Ratten, Mäuse, Marder, Wespen und Spinnen dringen von außen ein – über Dach, Keller, Fassade oder Rohrdurchführungen. Der entscheidende Unterschied zum Innenbereich ist rechtlicher Natur: Wespen stehen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht, und bei Ratten kann die Behörde Maßnahmen anordnen. Bevor du hier handelst, solltest du wissen, was du überhaupt darfst.
Was du am Haus selbst tun darfst
| Tier | Rechtlicher Rahmen | Was ohne Weiteres geht | Was nicht geht |
|---|---|---|---|
| Ratten | § 17 IfSG, kommunale Satzungen | Fallen und Köder auf eigenem Grund, Zugänge schließen | Befall verschweigen, wo die Kommune eine Meldung verlangt |
| Mäuse | Tierschutzrecht | Schlagfallen, Lebendfallen mit täglicher Kontrolle | Leimfallen – bei Wirbeltieren unzulässig |
| Marder | § 2 BJagdG (Steinmarder ist Haarwild) | Vergrämen, Zugänge verschließen, Kabelschutz | Fangen, Töten oder Umsetzen ohne Jagdschein bzw. Erlaubnis |
| Wespen | § 39 BNatSchG | Abstand halten, Umsiedlung durch Fachbetrieb | Nest ohne vernünftigen Grund zerstören |
| Spinnen | keine Sonderregel | nach draußen setzen, Ritzen abdichten | – |
Nager
Ratten und Mäuse gelangen über kleinste Lücken an Rohrdurchführungen, Kellerfenstern oder der Dämmung ins Haus. Typische Zeichen sind Kotspuren, Nagespuren an Kabeln und Verpackungen sowie nächtliche Geräusche in Wand oder Decke. Die Wanderratte erreicht laut Umweltbundesamt 19 bis 30 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge bei bis zu 500 Gramm Gewicht, ihr Kot ist 1 bis 3 Zentimeter lang – daran unterscheidest du sie von der Maus, deren Kot reiskorngroß bleibt.
Warum es eilt, zeigt die Vermehrungsrate: Ein Weibchen bringt bis zu sechsmal im Jahr durchschnittlich acht Junge zur Welt, die nach zwei Monaten selbst geschlechtsreif sind. Aus zwei Tieren im Frühjahr wird bis zum Herbst eine Kolonie. Dazu kommt das Gesundheitsrisiko: Wanderratten können über 100 verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen. Bei größerem Befall rät das Umweltbundesamt ausdrücklich dazu, das örtliche Gesundheitsamt oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer einzuschalten.
Rechtlich kommt hinzu, dass die zuständige Behörde nach § 17 Infektionsschutzgesetz Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge anordnen kann, und viele Kommunen eine eigene Meldepflicht in ihren Satzungen führen. Ob deine Gemeinde dazugehört, klärt Rattenmeldepflicht.
- Ratten bekämpfen
- Rattenmeldepflicht – Muss ich über Rattenbefall informieren?
- Mäuse bekämpfen
- Mäusekot erkennen
- Mausefalle richtig aufstellen
- Rattenkot erkennen
- Ratten im Haus
Marder
Marder suchen sich Dachböden und Zwischendecken als Rückzugsort und fallen durch nächtliches Poltern, Trittspuren im Staub und angeknabberte Kabel auf. Der Steinmarder ist in § 2 des Bundesjagdgesetzes ausdrücklich als jagdbares Haarwild aufgeführt. Das hat eine praktische Folge, die viele überrascht: Fangen und Umsetzen ist kein Selbstbedienungsthema, sondern greift ins Jagdrecht ein.
Was dir bleibt, ist der bessere Weg ohnehin – aussperren statt fangen. Marder kehren an vertraute Plätze zurück, ein umgesetztes Tier wird also nur durch das nächste ersetzt, solange der Zugang offen ist. Verschließe Einstiege ab etwa fünf Zentimetern, entferne Kletterhilfen wie überhängende Äste und sichere den Motorraum mit Kabelschutz. Die Rechtslage im Detail steht in Marder Falle.
Wespen
Ein Wespennest am Haus ist kein automatischer Grund zur Beseitigung. Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten und ihre Nist- und Zufluchtstätten zu zerstören. Ein vernünftiger Grund liegt etwa vor, wenn ein Nest direkt an der Haustür hängt oder ein Allergiker im Haushalt lebt – nicht aber, wenn das Nest schlicht stört.
Praktisch hilft ein zweiter Gedanke: Ein Wespenvolk stirbt im Herbst ohnehin ab, nur die Jungköniginnen überwintern, und dasselbe Nest wird im Folgejahr nicht wieder bezogen. Wer bis Oktober durchhält, muss gar nichts unternehmen. Ist das Nest unhaltbar platziert, siedelt ein Fachbetrieb es um. Details in Wespen bekämpfen und Mittel gegen Wespen im Dach.
Spinnen & oft verwechselte Insekten
Die meisten heimischen Spinnen im Haus sind harmlos und fressen genau die Insekten, die dich stören. Häufig verwechselt werden Schnaken mit Stechmücken: Schnaken sind deutlich größer, haben lange, leicht abbrechende Beine, stechen nicht und übertragen nichts. Wer sie erschlägt, erwischt das falsche Tier.
Wer sitzt im Dach? Nach Geräusch und Spur
Nachts über der Schlafzimmerdecke etwas zu hören und nicht zu wissen, was es ist, macht mehr Unruhe als der Befall selbst. Drei Unterscheidungen bringen dich meistens weiter. Ein Marder poltert: Er ist katzengroß, schleift Beute und Nistmaterial und ist vor allem in den Stunden nach Mitternacht und im Frühsommer laut, wenn die Jungtiere spielen. Mäuse klingen dagegen nach feinem Trippeln und Kratzen, oft entlang derselben Laufwege in der Dämmung, mit kurzen Pausen. Ratten liegen dazwischen und fallen zusätzlich durch Nagegeräusche an Holz und Leitungen auf.
Am Tag darauf hilft ein einfacher Test: Streue eine dünne Schicht Mehl an der vermuteten Stelle aus und sieh am nächsten Morgen nach. Pfotenabdrücke mit fünf Zehen und deutlichen Krallen sprechen für den Marder, kleine Vierfußspuren mit Schleifstrich vom Schwanz für Nager. Kotfunde ordnen den Rest zu: reiskorngroß bei der Maus, 1 bis 3 Zentimeter bei der Ratte, wurstförmig und verdreht mit Haaren und Obstresten beim Marder. Fasse Kot dabei nicht ohne Handschuhe an und kehre ihn nicht trocken auf – befeuchten, aufnehmen, entsorgen.
Das Haus dicht machen
- Mäuse passen durch 6 Millimeter, Ratten durch etwa 2 Zentimeter. Prüfe Rohrdurchführungen, Kellerlichtschächte und den Spalt unter der Kellertür.
- Edelstahlwolle oder Lochblech statt Bauschaum. Nager fressen sich durch Schaum, durch Metall nicht.
- Keine Nahrungsquelle im Freien. Vogelfutter, Fallobst, offener Komposter und Tierfutter auf der Terrasse ziehen Ratten an.
- Dachrand und Traufe kontrollieren. Marder brauchen nur eine gelockerte Ziegelreihe oder ein defektes Insektengitter am Dachfenster.
- Kletterhilfen kappen. Äste, die bis ans Dach reichen, sind für Marder und Ratten die bequemste Treppe.
Weiterführend: Kosten & Recht
Wer die Rechnung trägt, hängt davon ab, ob du Eigentümer oder Mieter bist und ob der Befall auf einen Baumangel zurückgeht. Die Größenordnungen je Schädling und Einsatz stehen in Kammerjäger Kosten.