Rattenkot erkennen

Rattenkot ist ein bis drei Zentimeter lang, damit rund viermal so groß wie Mäusekot, und liegt gehäuft an Laufwegen statt weit verstreut. Findest du ihn im Haus, ist das kein Fall zum Abwarten: Wanderratten können nach Angaben des Umweltbundesamts über 100 verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen. Diese Seite zeigt, wie du den Kot sicher zuordnest und ihn entfernst, ohne dich zu gefährden.

So sieht Rattenkot aus

Die Größe ist das sicherste Merkmal. Das Umweltbundesamt gibt den Kot der Wanderratte mit etwa 1 bis 3 Zentimetern an. Frisch ist er dunkel, feucht glänzend und weich; nach ein bis zwei Tagen wird er matt, grau und steinhart. Die Form ist plump und walzenförmig, oft mit stumpfen Enden – anders als bei der Maus, deren Kot schlank ist und beidseitig spitz zuläuft.

MerkmalWanderratteHausmaus
Länge1–3 cm3–8 mm
Formplump, walzenförmig, stumpfschlank, beidseitig spitz
Lagegehäuft an Laufwegen und am Bauweit verstreut, viele Einzelstücke
FundortKeller, Garage, Schacht, KomposternäheKüchenschrank, Schublade, Sockelleiste
BegleitspurenSchmierspuren, Laufpfade, BaueingängeNagespuren an Verpackungen

Die Begleitspuren, die den Befund bestätigen

  • Schmierspuren. Ratten laufen immer dieselben Wege mit Körperkontakt zur Wand; Fett und Schmutz aus dem Fell hinterlassen dunkle, glänzende Streifen an Kanten und Rohren.
  • Laufpfade im Grün. Im Garten zeichnen sich niedergedrückte Pfade ab, etwa handbreit, meist entlang von Mauern, Hecken und Komposter.
  • Baueingänge. Runde Löcher von fünf bis acht Zentimetern Durchmesser, oft an Mauerfüßen, unter Platten oder am Kompost.
  • Nagespuren an Holz, Kabeln, Kunststoffrohren und Dämmung – Ratten müssen nagen, weil ihre Schneidezähne ständig nachwachsen.
  • Geräusche. Nachts hörbares Rumoren, Kratzen und Nagen in Wand, Decke oder Zwischenboden.

Frisch oder alt? Der Wischtest

Ein alter Befall aus dem Vorjahr hinterlässt Kot, der auf den ersten Blick aussieht wie frischer. Verlass dich deshalb nicht auf die Optik allein. Frischer Kot ist dunkel, leicht glänzend und lässt sich mit einem Zahnstocher eindrücken. Nach ein bis zwei Tagen verliert er den Glanz, wird grau und hart; nach Wochen zerbröselt er unter Druck.

Sicher wird es mit dem Wischtest: Entferne den Kot an einer Fundstelle vollständig – angefeuchtet und mit Handschuhen –, notiere das Datum und sieh nach zwei bis drei Tagen nach. Liegt neuer Kot da, ist der Befall aktiv, und du weißt zugleich, dass genau dieser Laufweg genutzt wird. Das ist die Information, mit der du Fallen platzierst, statt sie auf Verdacht zu verteilen.

Führ den Test an mehreren Stellen gleichzeitig durch und markiere sie. So siehst du nach drei Tagen nicht nur, ob etwas läuft, sondern auch wo der Schwerpunkt liegt – meist am nächsten zum Bau oder zur Futterquelle.

Kot im Garten, am Kompost und im Schuppen

Draußen findest du Rattenkot typischerweise an drei Orten: am Komposter, unter Vogelfutterstellen und in Geräteschuppen, wo Sackware lagert. Dort liegt er selten einzeln, sondern in Ansammlungen an den Stellen, an denen die Tiere ruhen oder fressen. Ergänzend zeigen sich handbreite, niedergedrückte Laufpfade im Gras und runde Baueingänge von fünf bis acht Zentimetern an Mauerfüßen oder unter Platten.

Ein Fund im Garten ist noch kein Befall im Haus, aber die Vorstufe davon – spätestens wenn es kalt wird, suchen die Tiere Wärme. Deshalb gehören Nahrungsentzug und Abdichtung sofort zusammen, nicht nacheinander. Die Details dazu stehen in Ratten im Haus. Vogelfutter am Boden, offener Kompost mit Küchenabfällen und offen stehendes Tierfutter sind die drei Quellen, die in fast jedem Fall eine Rolle spielen.

Warum du bei Ratten schnell handeln musst

Der Grund ist die Vermehrungsrate. Ein Weibchen bringt bis zu sechsmal im Jahr durchschnittlich acht Junge zur Welt, und die sind nach zwei Monaten selbst geschlechtsreif. Aus einem einzelnen Paar im Frühjahr kann bis zum Herbst eine Kolonie werden. Wer zwei Wochen abwartet, bekämpft am Ende ein Vielfaches.

Dazu kommt die Krankheitsübertragung. Ausscheidungen enthalten Krankheitskeime, die für Mensch und Haustier gefährlich sind, und wie bei Mäusen gilt: Erreger in getrocknetem Kot bleiben eine Weile ansteckend und können über aufgewirbelten Staub aufgenommen werden. Das RKI beschreibt diesen Übertragungsweg für Nagetierausscheidungen ausdrücklich.

Rattenkot sicher entfernen

  • Vor der Reinigung 30 Minuten durchlüften, Fenster und Türen weit öffnen und den Raum erst danach betreten.
  • Handschuhe und Atemschutz tragen, sobald Staub entstehen kann.
  • Alles anfeuchten, Kot, Nestmaterial und tote Tiere vor dem Aufnehmen mit Reinigungsmittel benetzen.
  • Keinen Staubsauger verwenden und nicht trocken kehren – über die Abluft könnten Erreger wieder in den Raum gelangen.
  • Verschlossen entsorgen, Fläche wischen, Handschuhe wegwerfen, Hände gründlich waschen.

Dieselben Regeln gelten für Mäusekot, dort steht die ausführliche Anleitung: Mäusekot erkennen. Trockenes Kehren und Staubsaugen sind die beiden Handgriffe, die fast jeder zuerst macht und die genau das auslösen, was du vermeiden willst: Sie bringen getrocknete Partikel in die Atemluft. Feucht arbeiten ist deshalb kein übertriebener Aufwand, sondern der Kern der ganzen Vorsichtsregel. Reinige erst, wenn du den Bestand bekämpfst – ohne Bekämpfung liegt nach wenigen Tagen wieder Kot an derselben Stelle, und du hast dich zweimal exponiert.

Melden oder nicht?

Ratten gelten als Gesundheitsschädlinge. Die zuständige Behörde kann nach § 17 Infektionsschutzgesetz Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung anordnen, und viele Kommunen führen zusätzlich eine eigene Meldepflicht in ihren Satzungen. Ob deine dazugehört, klärst du mit einem Anruf beim Ordnungsamt – oder liest es nach in Rattenmeldepflicht.

In der Mietwohnung informierst du zusätzlich den Vermieter, weil ein Rattenbefall ein Mangel der Mietsache ist. Das Umweltbundesamt rät bei größerem Befall ausdrücklich dazu, das örtliche Gesundheitsamt oder eine Fachfirma einzuschalten, statt allein weiterzumachen.

Wie es nach dem Fund weitergeht

Zwei Dinge laufen parallel: Zugänge und Nahrungsquellen schließen, damit nichts nachkommt, und den vorhandenen Bestand bekämpfen. Wo die Tiere ins Haus kommen und wie du das abstellst, steht in Ratten im Haus. Der Überblick über Fallen und Köder steht in Ratten bekämpfen.

Übersicht: Diese Seite gehört zum Ratgeber Schädlinge an Haus und Grundstück – dort stehen alle Arten von Dach bis Garten.

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