Wenn es nachts juckt, steckt fast immer einer von drei Verursachern dahinter: Bettwanzen, Flöhe oder Hausstaubmilben. Du unterscheidest sie an drei Dingen – ob du das Tier siehst, wo die Stiche sitzen und ob es überhaupt Stiche gibt. Diese Übersicht ordnet zuerst zu, bevor du etwas dagegen unternimmst, denn die drei Arten brauchen völlig verschiedene Maßnahmen.
Die drei Blutsauger im direkten Vergleich
| Merkmal | Bettwanze | Floh | Hausstaubmilbe |
|---|---|---|---|
| Größe | 5–6 mm, vollgesogen bis 9 mm | 2–4 mm, seitlich abgeflacht | 0,1–0,5 mm, nicht sichtbar |
| Versteck | Matratzennaht, Bettgestell, Steckdose | Teppich, Polster, Tierschlafplatz | in Matratze, Kissen, Polster |
| Typisches Zeichen | schwarze Kotpunkte, Stiche in Reihen | einzelne Stiche an Knöchel und Wade | Schnupfen und juckende Augen morgens |
| Sticht es? | ja, nachts | ja, auch tagsüber | nein – die Allergene reizen |
| Ursache | eingeschleppt über Gepäck oder Möbel | Haustier oder Vormieter | normale Wohnfeuchte, überall vorhanden |
| Erste Maßnahme | Befall bestätigen, nichts verschleppen | alle Tiere behandeln, Textilien bei 60 °C | Encasing und Bettwäsche bei 60 °C |
| Profi nötig? | fast immer | selten | nie |
Was sticht mich? Erste Einordnung
Drei Fragen grenzen den Verursacher in einer Minute ein. Siehst du das Tier selbst und ist es flach und braun, sprichst du von einer Bettwanze. Springt es weg, wenn du danach greifst, ist es ein Floh – Flöhe schaffen mit ihren Hinterbeinen Sprünge von bis zu einem halben Meter. Juckt es dagegen ohne jede Stichstelle und vor allem in den ersten Minuten nach dem Aufwachen, sitzt die Ursache in der Matratze und heißt Hausstaubmilbe.
Auch das Muster verrät viel: Bettwanzen stechen häufig in geraden Reihen, weil sie beim Saugen mehrfach ansetzen. Flohstiche liegen einzeln, mit rotem Hof und fast immer unterhalb des Knies. Der direkte Vergleich mit Bildern steht in Bettwanzenbisse und Flohbisse: Unterschiede.
Bettwanzen
Bettwanzen sind nachtaktiv, 5 bis 6 Millimeter groß und verstecken sich tagsüber in Matratzennähten, Bettgestellen und Steckdosenleisten. Typische Anzeichen sind rötlich-braune Kotspuren auf dem Laken und Stiche in geraden Linien. Ein Befall verschwindet nicht von selbst: Nach Angaben des Umweltbundesamts leben die Tiere 9 bis 18 Monate und überstehen dabei monatelange Hungerphasen. Bei 27 °C dauert die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier nur vier bis fünf Wochen, unterhalb von 13 °C stoppt sie ganz.
Genau deshalb reicht Aussaugen nicht. Wirksam sind Hitze ab 50 bis 60 °C im gesamten Raum oder eine Behandlung durch eine Fachfirma, in beiden Fällen über mehrere Durchgänge und Wochen. Als Krankheitsüberträger spielen Bettwanzen nach heutigem Kenntnisstand keine Rolle – das eigentliche Risiko sind aufgekratzte Stiche, die sich entzünden.
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Flöhe
Flöhe werden 2 bis 4 Millimeter groß, sind braun bis schwarz und flügellos. Sie gelangen meist über Haustiere ins Haus oder sitzen schon im Teppich, wenn du in eine Wohnung mit Vormieter-Hund einziehst. Erwachsene Tiere leben mehrere Wochen, unter günstigen Bedingungen drei bis vier Monate.
Entscheidend für die Bekämpfung ist ein Punkt, den viele übersehen: Der Großteil der Population sitzt gar nicht auf dem Tier, sondern als Ei und Larve in Teppichen, Bodenritzen und Polstermöbeln. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, Textilien regelmäßig bei 60 °C zu waschen, täglich zu saugen und alle im Haushalt lebenden Tiere gleichzeitig zu behandeln. Behandelst du nur den Hund, ist der Befall in zwei Wochen zurück.
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Hausstaubmilben
Hausstaubmilben sind 0,1 bis 0,5 Millimeter klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie stechen nicht – zum Problem werden ihre Ausscheidungen, die Allergene enthalten und Schnupfen, gerötete Augen, Husten und Juckreiz auslösen. Ihre Lebensgrundlage lieferst du selbst: Ein Mensch gibt nachts rund 200 Milliliter Feuchtigkeit an die Matratze ab.
Vollständig entfernen lassen sich Milben nicht, ihre Zahl aber deutlich senken. Das Umweltbundesamt nennt dafür konkrete Werte: das Schlafzimmer bei höchstens 18 °C halten, regelmäßig stoßlüften, Bettwäsche bei mindestens 60 °C waschen, milbendichte Bezüge (Encasings) verwenden und die Matratze nach 7 bis 10 Jahren austauschen. Beim Saugen hilft ein Filter der Klasse HEPA 13 oder 14, sonst bläst das Gerät die Allergene wieder in den Raum.
Was du in den ersten 24 Stunden tun solltest
- Nichts in andere Räume tragen. Bei Verdacht auf Bettwanzen bleiben Bettzeug, Koffer und Kleidung im betroffenen Zimmer. Jeder Transport verteilt den Befall auf die ganze Wohnung.
- Beweise sichern. Fotografiere Stiche, Kotpunkte und gefundene Tiere mit Größenvergleich. Für Vermieter, Versicherung und Kammerjäger ist das später die Grundlage.
- Textilien bei 60 °C waschen. Diese Temperatur tötet Flöhe, Milben und Bettwanzen in allen Stadien zuverlässig ab.
- Noch nichts sprühen. Insektizide aus dem Baumarkt vertreiben Bettwanzen oft nur tiefer in die Ritzen und erschweren die spätere Behandlung.
Wann du einen Profi brauchst
Bei Bettwanzen praktisch immer: Eine flächendeckende Hitze- oder Insektizidbehandlung lässt sich mit Haushaltsmitteln nicht ersetzen. Bei Flöhen reicht in den meisten Fällen die Kombination aus Tierbehandlung, Waschen und konsequentem Saugen. Hausstaubmilben sind kein Fall für den Kammerjäger, sondern für Encasings und Lüften. Was ein Einsatz kostet und wovon der Preis abhängt, steht in Kammerjäger Kosten.
Wie lange dauert es, bis Ruhe ist?
Das ist die Frage, die nach der Bestimmung am meisten zählt – und die Antwort fällt je nach Art sehr unterschiedlich aus. Bettwanzen brauchen mehrere Behandlungen über mehrere Wochen, weil die Eier gegen Insektizide unempfindlich sind und erst die geschlüpfte Generation erreicht wird. Rechne mit sechs bis acht Wochen bis zur Entwarnung und plane eine Nachkontrolle ein.
Bei Flöhen dauert es zwei bis vier Wochen, wenn du täglich saugst und parallel alle Tiere behandelst. Der Grund für die Wartezeit sind die Puppen im Teppich: Sie sind gegen Mittel weitgehend geschützt und schlüpfen erst, wenn Erschütterung und Wärme einen Wirt ankündigen. Genau deshalb ist Staubsaugen hier kein Nebenschauplatz, sondern die eigentliche Maßnahme. Hausstaubmilben dagegen kennen keinen Endpunkt: Du hältst ihre Zahl mit Encasings, 60-Grad-Wäsche und trockener Luft dauerhaft niedrig, ausrotten lassen sie sich nicht.
Miete, Meldepflicht und Kosten
Ein Befall in der Mietwohnung ist ein Mangel, den du dem Vermieter anzeigen musst – unabhängig davon, wer ihn verursacht hat. Bettwanzen selbst sind nicht meldepflichtig, die Details stehen unter Sind Bettwanzen meldepflichtig?. Bei Ratten sieht das anders aus, dazu Rattenmeldepflicht.

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