Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen

In den letzten Jahren hat sich die Bettwanze, insbesondere in den USA, Australien und auch in Frankreich, stark ausgebreitet. Die Hauptgründe für diese Ausbreitung sind der Tourismus, Migration und der Handel mit Gebrauchtwaren. Zudem hat die abnehmende Verfügbarkeit von langanhaltenden Insektiziden und die Resistenz der Wanzen gegenüber chemischen Mitteln zur Zunahme beigetragen.

Ein Missverständnis besteht in der Annahme, dass ein Befall durch mangelnde Hygiene entsteht; tatsächlich können sie in jeglichen Umgebungen auftreten. Dennoch ist die Erkennung und Bekämpfung in sauberen Umgebungen effizienter. Ein besseres Verständnis der Bettwanze und ihrer Prävention kann helfen, ihre Ausbreitung einzudämmen. Diese Information soll Betroffenen und jenen, die sich schützen wollen, helfen.

Definition und Beschreibung

Bettwanzen gehören zur Familie der Fledermauswanzen und sind parasitäre Insekten, die sich vorwiegend von Blut (durch Bisse) ernähren. Die am häufigsten vorkommende Art ist Cimex lectularius, die auch als Gemeine Bettwanze bekannt ist. Adulte Exemplare sind flach, oval und haben eine rotbraune Farbe, wobei sie nach einer Blutmahlzeit dunkler erscheinen können. Sie werden etwa 4-5 mm groß, sind flügellos und haben kurze, beinförmige Antennen.

Biologischer Lebenszyklus von Bettwanzen

Der Lebenszyklus der Bettwanze umfasst fünf Nymphenstadien und ein Erwachsenenstadium. Nach jeder Blutmahlzeit häuten sich die Nymphen und gelangen so in die nächste Entwicklungsstufe. Der gesamte Lebenszyklus kann je nach Temperatur und Nahrungsverfügbarkeit mehrere Wochen bis Monate dauern. Weibliche Bettwanzen legen nach der Paarung mehrere Eier, aus denen nach etwa 6-10 Tagen die Nymphen schlüpfen. Unter optimalen Bedingungen können Bettwanzen bis zu ein Jahr leben.

Verbreitung und Lebensraum

Bettwanzen sind weltweit verbreitet, wobei sie in gemäßigten Klimazonen häufiger vorkommen. Ihre Verbreitung hat in den letzten Jahrzehnten, besonders in urbanen Gebieten, zugenommen. Dies kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden, wie beispielsweise den internationalen Reiseverkehr oder den Einsatz von Insektiziden, gegen die einige Bettwanzenpopulationen Resistenzen entwickelt haben. Sie bevorzugen Orte, die ihnen nahen Kontakt zu ihrem menschlichen Wirt ermöglichen, wie z.B. Bettrahmen, Matratzen, Sofas und andere Möbelstücke.

Was essen Bettwanzen?

Bettwanzen ernähren sich hauptsächlich von menschlichem Blut, können aber auch das Blut anderer Säugetiere oder Vögel aufnehmen. Die Ernährung erfolgt in der Nacht, wobei ein Stich in der Regel nur wenige Minuten dauert. Mittels ihres spezialisierten Stechrüssels durchstechen sie die Haut und injizieren ein Anästhetikum sowie ein Antikoagulans, um die Blutgerinnung zu verhindern und so ungestört saugen zu können. Obwohl sie in der Lage sind, mehrere Wochen ohne Nahrung auszukommen, ziehen es Bettwanzen vor, etwa alle 5-10 Tage Blut zu saugen.

Wie pflanzen sich Bettwanzen fort?

Die Paarung der Bettwanzen erfolgt in einer ungewöhnlichen Art und Weise. Das Männchen überfällt das Weibchen ohne vorheriges Werbeverhalten und begattet es, indem es die Körperwand durchbohrt. Dies geschieht mithilfe eines nadelförmigen Kopulationsorgans. Die Weibchen besitzen ein spezielles Organ namens Ribagasche Organ für die Spermienaufnahme. Der Prozess, bei dem das Männchen die Weibchenhaut durchsticht, um die Spermien einzuführen, wird als „traumatische Insemination“ bezeichnet. Nach der Befruchtung legt das Weibchen im Durchschnitt 200 Eier während seiner Lebenszeit, wobei die maximale beobachtete Anzahl über 500 beträgt. Diese Eier werden an versteckten Orten wie Ritzen in Wänden oder Nähten von Textilmöbeln angebracht. Die Eier enthalten bei Ablage bereits entwickelte Embryonen. Innerhalb von einer Woche schlüpfen Larven, die sich in etwa fünf Wochen zu ausgewachsenen Wanzen entwickeln. Diese Larven sind dem erwachsenen Tier ähnlich, aber gelblicher und müssen in jedem ihrer fünf Entwicklungsstadien Blut saugen. Bei kühlen Temperaturen findet keine Entwicklung statt.

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