Kleidermotten Eier und Larven erkennen

Kleidermotteneier sind weiß, kaum einen halben Millimeter groß und kleben so fest an der Faser, dass Ausschütteln nichts bringt. Die Larven werden bis etwa 9 Millimeter lang, sind cremeweiß mit dunklem Kopf und leben in selbst gesponnenen Röhren, die die Farbe des befallenen Stoffs annehmen – genau deshalb übersieht man sie auf dem eigenen Pullover. Diese Seite zeigt, woran du beide Stadien sicher erkennst.

Was Kleidermotten überhaupt fressen

Nicht der Falter frisst, sondern die Larve – und sie ist wählerisch. Nach Angaben des Umweltbundesamts ernähren sich die Larven von keratinhaltigen Materialien: Wolle, Haare, Federn. Pflanzliche Fasern werden nicht befallen. Reine Baumwolle, Leinen und Kunstfaser bleiben also verschont – Mischgewebe mit Wollanteil dagegen nicht, und dort entstehen die Löcher oft an den Stellen mit dem höchsten Wollanteil.

Das erklärt auch, warum Verschmutzungen den Befall begünstigen: Schweiß, Hautschuppen und Haare auf einem ansonsten pflanzlichen Stoff liefern das Keratin nach. Ein getragener Baumwollpullover mit Wollanteil im Kragen ist attraktiver als ein frisch gewaschener aus reiner Wolle.

Die vier Stadien und woran du sie erkennst

StadiumAussehenWo du es findest
Eiweiß, unter 0,5 mm, klebt fest an der Faserin Nähten, Falten, Kragen, Achselbereich
Larvecremeweiß mit dunklem Kopf, bis 9 mmin Gespinströhren am Stoff, oft unter Faltenkanten
Puppefester Kokon aus Gespinst und StofffasernSchrankritzen, Regalkanten, Kleiderstangen-Enden
Falterbis 1 cm, strohfarben, fliegt kaumläuft und flattert nahe am Schrank, meidet Licht

Ein häufiges Missverständnis: Wer den Falter erschlägt, hat nichts gelöst. Die erwachsene Motte frisst nicht mehr, ihre einzige Aufgabe ist die Fortpflanzung, und die Eier liegen zu diesem Zeitpunkt längst im Stoff. Umgekehrt heißt ein einzelner Falter im Zimmer nicht automatisch Befall im Schrank – er kann aus einer anderen Wohnung eingeflogen sein.

Woran du einen aktiven Befall erkennst

Ein Loch im Pullover beweist nur, dass irgendwann einmal eine Larve daran gefressen hat – nicht, dass gerade jetzt eine im Schrank sitzt. Für die Unterscheidung achtest du auf drei Zeichen. Erstens: frische Gespinströhren, die weich und leicht klebrig sind und sich mit dem Fingernagel abheben lassen; alte Röhren sind spröde und zerfallen. Zweitens: feiner, sandartiger Kot in der Farbe des befallenen Stoffs, oft in Falten und unten im Fach. Drittens: lebende Larven, die sich bei Erschütterung bewegen.

Findest du keines dieser drei Zeichen, aber alte Löcher, hattest du wahrscheinlich einen Befall, der von selbst geendet hat – etwa weil das Stück in der Zwischenzeit gewaschen wurde. Häng in diesem Fall trotzdem eine Pheromonfalle auf und warte vier Wochen ab, bevor du Entwarnung gibst.

Wann Motten aktiv werden

Kleidermotten entwickeln sich am besten bei Temperaturen um 24 °C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 75 Prozent. Beides findet sich in Wohnungen vor allem im Sommer und in schlecht belüfteten Schlafzimmern – ein Grund, warum viele den Befall im Spätsommer bemerken, wenn sie die Wollsachen wieder hervorholen.

Die gleiche Kombination aus Wärme und Feuchte zieht andere Arten an, deshalb steht dieser Beitrag im Bereich Feuchtigkeit und Schädlinge. Wer die Luftfeuchte in Schlafzimmer und Ankleide dauerhaft unter 60 Prozent hält, bremst nicht nur Motten, sondern auch Silberfische aus.

Der Unterschied zur Lebensmittelmotte

Beide sind kleine, unauffällige Falter, aber sie sitzen an völlig verschiedenen Orten. Die Kleidermotte ist einfarbig strohgelb bis goldglänzend und meidet Licht; sie läuft lieber, als zu fliegen, und hält sich am Boden des Schranks oder in dessen Ecken auf. Die Lebensmittelmotte ist zweifarbig, mit hellerem vorderem und dunklerem hinterem Flügelbereich, und fliegt abends offen durch den Raum, meist in Richtung Küche.

Die Zuordnung entscheidet, wo du suchst: Bei einem strohfarbenen Falter im Schlafzimmer räumst du den Kleiderschrank aus, bei einem zweifarbigen den Vorratsschrank. Zur Vorratsseite gibt es eine eigene Anleitung unter Lebensmittelmotten und Larven.

So suchst du systematisch

  • Bei gutem Licht arbeiten, am besten mit Taschenlampe im Streiflicht. Gespinstfäden glänzen dann, während sie im Deckenlicht mit dem Stoff verschwimmen.
  • Kleidungsstücke einzeln wenden und Nähte, Kragen, Achseln, Bundfalten und Innenseiten prüfen. Larven meiden offene Flächen und sitzen in Deckung.
  • Selten getragene Stücke zuerst. Der Wintermantel hinten links, die Wolldecke im untersten Fach, der Anzug in der Kleiderhülle – Ruhe ist das, was Motten brauchen.
  • Schrank leer kontrollieren. Puppen sitzen nicht am Stoff, sondern in Ritzen, an Regalkanten und an den Enden der Kleiderstange.
  • Teppiche und Polster mitprüfen, vor allem Wollteppiche unter Möbeln, die selten bewegt werden.

Pheromonfallen: was sie zeigen und was nicht

Eine Pheromonfalle lockt paarungsbereite Männchen auf einen Klebestreifen. Damit lässt sich, wie das Umweltbundesamt beschreibt, ein Befallsherd lokalisieren und der Erfolg einer Behandlung kontrollieren. Genau dafür solltest du sie einsetzen – als Messgerät, nicht als Bekämpfungsmittel.

Was eine Falle nicht kann: Larven im Stoff töten, Eier erreichen oder Weibchen fangen. Wer nur Fallen aufhängt und sonst nichts tut, sieht die Fangzahlen sinken und wundert sich, warum im nächsten Frühjahr neue Löcher da sind. Häng deshalb zwei bis drei Fallen in verschiedene Schränke, notiere wöchentlich die Fangzahl und behandle die Textilien in dem Schrank, der die meisten Männchen liefert.

Was du nach einem Fund als Erstes tust

Trenne befallene von unbefallenen Stücken, bevor du irgendetwas anderes machst – am besten in Müllsäcken, die du zuknotest, damit beim Tragen keine Larven abfallen. Danach entscheidest du je Stück zwischen Waschen bei 60 °C und Einfrieren; Letzteres verlangt laut Umweltbundesamt mindestens minus 19 °C über mindestens 36 Stunden, sonst überleben die Larven.

Der Schrank selbst gehört ausgeräumt, ausgesaugt und ausgewischt, mit besonderem Blick auf Ritzen und Regalkanten. Die vollständige Reihenfolge mit allen Schritten steht in Motten im Kleiderschrank entfernen. Wie du beschädigte Stücke rettest, klärt Mottenlöcher im Pullover, und wie du den nächsten Befall verhinderst, steht in Kleidermotten vorbeugen.

Pheromonfalle für Kleidermotten

Der Lockstoff zieht die männlichen Kleidermotten an, die auf der Klebefläche hängen bleiben. Damit stoppst du die nächste Larvengeneration und siehst gleichzeitig, wie stark der Befall im Schrank noch ist.

Hinweis zu Biozidprodukten: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Halte dich an die angegebene Dosierung, bewahre Mittel für Kinder und Haustiere unzugänglich auf und ziehe bei starkem oder wiederkehrendem Befall einen zugelassenen Schädlingsbekämpfer hinzu.

Übersicht: Diese Seite gehört zum Ratgeber Feuchtigkeit und Schädlinge – dort steht, welche Arten auf zu feuchte Räume hinweisen.

Nach oben scrollen