Das Wichtigste in Kürze
- Kellerasseln sind Landasseln und damit Krebstiere. Für Menschen sind sie harmlos: Sie übertragen keine Krankheiten und beschädigen keine Materialien.
- Sie leben draußen unter Laub, Steinen und Töpfen und kommen durch Türspalten, Kellerfenster und Ritzen herein, über bewachsene Fassaden auch in obere Etagen.
- Asseln atmen über Kiemen und brauchen sehr feuchte Luft. Tauchen sie regelmäßig auf, gibt es eine feuchte Nische, oft hinter Möbeln an einer kalten Außenwand.
- In trockener Raumluft sterben Kellerasseln nach kurzer Zeit. Tote Tiere in einer Zimmerecke markieren die feuchteste Stelle des Raums.
- Dauerhaft hilft weniger Feuchte: zwei- bis dreimal täglich stoßlüften, Möbel mit Abstand zur Außenwand aufstellen und Eintrittswege abdichten.
- Den Keller lüftest du im Sommer nur nachts oder früh am Morgen. Von Insektiziden rät das Umweltbundesamt ab, einzelne Tiere saugst du ab.

Kellerasseln erkennen
Die Kellerassel (Porcellio scaber) gehört zu den Landasseln, einer Gruppe landlebender Krebstiere aus der Ordnung der Asseln. Sie wird laut Umweltbundesamt 16 bis 20 Millimeter lang, hat sieben Laufbeinpaare und einen flachen, ovalen Panzer in Grau bis Braungrau. Am Hinterende ragen zwei spitze Anhänge über den Körper hinaus. Anders als Insekten hat ihr Panzer keine Wachsschicht, die vor dem Austrocknen schützt.
| Tier | Aussehen | Einrollen | Beinpaare |
|---|---|---|---|
| Kellerassel | grau mit körniger Oberfläche und spitzen Hinterleibsanhängen | nein | 7 |
| Mauerassel | dunkel mit zwei Reihen heller Flecken | nein | 7 |
| Rollassel | glatt und stark gewölbt | rollt sich zur Kugel | 7 |
| Saftkugler | glänzend schwarz und oft getupft | rollt sich ein | deutlich mehr |
| Silberfischchen | silbrig beschuppt mit drei Schwanzfäden | nein | 3 |
Der Saftkugler sieht der Rollassel zum Verwechseln ähnlich, ist aber ein Tausendfüßer. Silberfischchen sind Insekten und huschen schnell davon, während Asseln eher gemächlich laufen. Wie du Silberfischchen und die größeren Papierfischchen auseinanderhältst, steht in Silberfische oder Papierfischchen.
Woher Kellerasseln kommen
Draußen sind Kellerasseln nützlich. Sie fressen abgestorbene Pflanzenteile und morsches Holz und machen daraus Humus. Man findet sie unter Blumentöpfen, Steinen und Brettern, im Laub und im Kompost. Tagsüber verstecken sie sich, aktiv werden sie meist nachts.
Ins Haus gelangen sie durch offene Terrassentüren, Kellerfenster und Ritzen an Türen und Fenstern. Über bewachsene Hauswände klettern sie auch in höhere Stockwerke. So beschreibt es die Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich in ihrem Merkblatt zur Kellerassel. Dort steht auch ein Hinweis, der in vielen Ratgebern fehlt: Kommen die Tiere bei jedem nassen Wetter in Mengen ins Haus, stimmt oft die Entwässerung ums Gebäude nicht. Aufsteigendes Wasser treibt sie dann in trockenere Verstecke, und das sind deine Kellerräume.
Vermehren können sich Kellerasseln im Haus nur, wo sie dauerhaft Feuchtigkeit und Futter finden, etwa in gelagerten Kartoffeln im Keller. Ein Weibchen brütet laut Zürcher Merkblatt 25 bis 90 Eier rund 45 Tage lang in einem Brutraum an der Bauchseite aus, bis zu dreimal im Jahr. Die Jungtiere sehen den Eltern bereits ähnlich, ihnen fehlt nur noch das siebte Beinpaar.
Was Kellerasseln über die Feuchtigkeit verraten
Das Umweltbundesamt wertet Kellerasseln als Anzeichen für zu hohe Feuchtigkeit in der Wohnung oder im Keller. Weil hohe Feuchte leicht mit Schimmel einhergeht, lohnt es sich, der Spur nachzugehen.
In trockener Raumluft halten die Tiere nicht lange durch. Sie laufen dann unruhig umher, sammeln sich in den feuchtesten Winkeln und sterben dort. Die toten Asseln in einer Zimmerecke sehen aus wie ein Nest. Sie zeigen dir die nasseste Stelle des Raums.
Dass Asseln trotzdem in Wohnungen mit ganz normaler Luftfeuchte überleben, liegt am Mikroklima. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts rechnet es für einen schlecht gedämmten Altbau vor: Bei 20 °C und 50 Prozent Raumluftfeuchte hat die freie Außenwand an der Oberfläche 70 Prozent Feuchte. Hinter einem Schrank an derselben Wand sind es 89 Prozent, in der Außenecke dahinter schlägt sich Wasser nieder. Schimmel wächst nach demselben Leitfaden bereits ab 70 bis 80 Prozent Feuchte an der Oberfläche, wenn sie länger anhält. Selbst im gut gedämmten Haus steigt der Wert in der Ecke hinter dem Schrank von 73 auf 88 Prozent, wenn die Raumluft 60 statt 50 Prozent Feuchte hat.
Für mich ist eine Assel im Wohnzimmer deshalb vor allem ein Feuchtemelder. Ich würde zuerst hinter die Möbel an der Außenwand schauen und erst danach über Fallen nachdenken. Ein Hygrometer in der Raummitte zeigt diese Nischen nicht. Miss zusätzlich in den Ecken und hinter Schränken an Außenwänden, am besten morgens nach einer kühlen Nacht.
Thermo-Hygrometer für Wohnräume
Das digitale Gerät zeigt Temperatur und Luftfeuchte an. Stell es einige Tage hinter den Schrank oder in die Außenecke, in der die Asseln auftauchen, und vergleiche den Wert mit der Raummitte.
Kellerasseln loswerden
Die einzelnen Tiere sind schnell entfernt. Schwieriger ist es, die Bedingungen zu ändern, die sie anlocken. Beides gehört zusammen.
- Sammle die Tiere ein oder sauge sie ab. Vereinzelte Asseln entfernst du mit dem Staubsauger, das empfiehlt auch die Zürcher Fachstelle. Die Behauptung, sie würden sich im Beutel vermehren, belegt keine Behörde. Lebend gefangene Tiere setzt du nach Rat des Umweltbundesamts draußen aus, am besten auf dem Kompost.
- Locke sie mit Kartoffeln. Eine halbierte, gekochte Kartoffel, die du abends mit der Schnittfläche nach unten auf den Boden legst, zieht die Tiere über Nacht an. Morgens hebst du sie mitsamt den Asseln auf.
- Senke die Feuchte. Das Umweltbundesamt empfiehlt zwei- bis dreimal täglich Stoß- oder Querlüften. Wäsche trocknest du nicht in Räumen, die sich schlecht lüften lassen. Nach dem Duschen ziehst du das Wasser von den Fliesen ab. Möbel an ungedämmten Außenwänden stellst du einige Zentimeter von der Wand entfernt auf, besser noch auf Füße.
- Lüfte den Keller richtig. Im Sommer strömt warme, feuchte Außenluft in den kühlen Keller und kondensiert an den Wänden. Lüfte deshalb nur, wenn es draußen nicht wärmer ist als im Keller, also nachts oder in den frühen Morgenstunden, und halte die Kellerfenster tagsüber geschlossen. In kühlen Kellerräumen hilft zusätzlich ein Luftentfeuchter.
- Schließe die Eintrittswege. Fliegengitter an Kellerfenstern halten Asseln laut Umweltbundesamt ab. Dazu kommen eine Bürstendichtung unter der Terrassen- oder Kellertür und Silikon in Ritzen an Fenstern und Sockeln.
- Lege das Umfeld trocken. Faulendes Laub, Mulch und Holzstapel gehören nicht direkt an die Hauswand. Blumenkübel stellst du so auf, dass sich darunter kein Wasser sammelt. Regenwasser leitest du vom Haus weg.
Chemie brauchst du nicht. „Von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen ist abzuraten“, schreibt das Umweltbundesamt. Ein Insektizid tötet die Tiere, die gerade da sind, und ändert nichts an der Feuchte, die die nächsten anlockt.
Stand September 2026 gibt es Insektizide ohnehin nur noch nach einem Beratungsgespräch beim Kauf. Das verlangen die §§ 10 bis 12 der Biozidrechts-Durchführungsverordnung seit Januar 2025. Gegen Asseln im Garten ist zum selben Stand kein Pflanzenschutzmittel zugelassen. Für Backpulver, Zimt oder Salbei gibt es keinen Beleg einer Wirkung.
Was in der Praxis schiefgeht
Ein Forenbeitrag auf hausgarten.net zeigt das häufigste Muster. Eine Mieterin im Erdgeschoss mit angrenzendem Garten fand vier Wochen nach dem Einzug Asseln in allen Räumen. Sie sprühte Insektizid, tote Tiere lagen herum, doch es kamen weiter neue nach. Den Weg fand sie erst, als sie die Tiere vom Garten zur Wohnung laufen sah: Die Tür schloss an einer Seite nicht bis zum Boden. Nach dem Abdichten kam keine Assel mehr herein.
- Bekämpft werden nur die Tiere. Ohne dichte Tür und trockene Nischen kommen neue nach, egal wie viele du einsammelst.
- Der Keller wird im Sommer tagsüber gelüftet. Das bringt mehr Wasser in den Raum, als es abführt.
- Die Wäsche trocknet im Keller. Die Feuchte bleibt in einem Raum, der sich schlecht lüften lässt.
- Kartoffeln und Obst lagern offen im feuchten Keller. Dort können sich Asseln vermehren.
- Tote Asseln gelten als Nest. Wer die Ecke ausräuchert statt sie trockenzulegen, bekämpft das Symptom.
Kellerasseln in der Mietwohnung
Die Asseln selbst sind kein Mangel, der die Gesundheit gefährdet. Mietrechtlich zählt die Ursache der Feuchte: Geht sie auf einen Baumangel zurück, etwa eine undichte Kellerwand oder eine kaputte Entwässerung, ist der Vermieter gefragt. Melde Feuchteschäden und wiederkehrende Tiere deshalb schriftlich, dazu verpflichtet dich § 536c BGB. Wann eine Mietminderung in Betracht kommt, steht in Silberfische und Mietminderung. Die Grundsätze gelten für Asseln genauso.
Häufige Fragen
Kellerasseln sind für Menschen und Haustiere ungefährlich. Sie stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und beschädigen laut Umweltbundesamt keine Materialien. Nur an Kartoffeln oder Äpfeln, die in feuchten Kellern lagern, fressen sie gelegentlich. Wichtiger als die Tiere ist die Feuchte, auf die sie hinweisen, weil sie Schimmel begünstigen kann.
Kellerasseln trocknen in der Raumluft schnell aus, weil ihr Panzer keine schützende Wachsschicht hat. Bevor sie sterben, suchen sie die feuchteste Stelle des Raums auf, meist eine Ecke an der Außenwand oder den Bereich hinter einem Möbelstück. Dort sammeln sich die toten Tiere. Ein Nest ist das nicht, eher ein Hinweis auf eine feuchte Nische.
Kellerasseln sind vor allem nachts unterwegs, deshalb bemerkst du sie oft erst morgens. In großer Zahl kommen sie bei nassem Wetter herein, wenn Regenwasser am Haus steht oder der Boden durchnässt ist. Im Winter ziehen sie sich ins Erdreich zurück. Wiederholen sich die Einzüge bei jedem Regen, lohnt ein Blick auf die Entwässerung ums Haus.
Für Backpulver gibt es keinen Beleg einer Wirkung, ebenso wenig für Zimt, Salbei oder Duftöle. Weder das Umweltbundesamt noch die Fachstellen der Städte nennen solche Mittel. Wirksam sind weniger Feuchte, dichte Türen und Kellerfenster und Kartoffelfallen, die du abends auslegst und morgens mitsamt den Tieren einsammelst.